PRESSEARTIKEL Resilienz mit Humor stärken – „Hol den inneren Clown aus dir heraus.” Im Rahmen eines Kulturprojektes der Stadt Neumünster in Schleswig-Holstein finden Schulen ein Angebot zur Stärkung von Resilienz mit Humor für SchülerInnen ab 8 bis 18 Jahren. Fast zwei Drittel der Kosten werden, auf Antrag, durch Stadtmittel für drei Schuljahre refinanziert. Beginn des Projektes war das zweite Schulhalbjahr 2014. Einstiegsmöglichkeiten in dieses Projekt und andere Angebote sind in Absprache mit der Anbieterin nach wie vor noch möglich. Resilienz kann als eine Kompetenz verstanden werden, die sich zum Beispiel aus Humor und Selbstvertrauen zusammensetzt (vergl. Fröhlich-Gildhoff/Rönnau-Böse, Resilienz, 2014). Sie ist ein dynamischer Anpassungsprozess in der Entwicklung. Sie ist nicht angeboren und somit auch keine Charaktereigenschaft. Die Resilienzforschung geht davon aus, „dass Menschen aktive BewältigerInnen und MitgestalterInnen ihres Lebens sind und durch soziale Unterstützung und Hilfestellungen die Chancen haben, mit den gegebenen Situationen erfolgreich umzugehen und ihnen nicht nur hilflos ausgeliefert zu sein. Es geht dabei nicht darum, die Schwierigkeiten und Probleme zu ignorieren, sondern die Kompetenzen und Ressourcen eines Kindes zu nutzen, damit es besser mit Risikosituationen umzugehen lernt.“ (Fröhlich-Gildhoff/Rönnau-Böse, Resilienz, 2014) Heiterkeit, Humor und Lachen sind stärkende Faktoren, die die innere Widerstandsfähigkeit eines Menschen gleich welchen Alters fördern. Mit diesen Fähigkeiten können konflikthafte und belastende Alltagssituationen besser bewältigt werden. Neben vielen anderen Übungen (Selbststärkungs- und Mutmachspiele) entwickelt der “innere Clown“ die Fähigkeit Kinder, Jugendliche und durchaus auch Erwachsene zum Lachen zu bringen. Ulrike Göking 24534 Neumünster Sedanstraße 22 04321 – 2040829 info@klarheitundvisionen.de Im Weiteren belegen die Erkenntnisse der Gelotologie (Wissenschaft vom Lachen) die positiven Effekte des Lachens auf das menschliche Immunsystem. (vergl. Titze, Die heilende Kraft des Lachens, 1995) Um den „inneren Clown“ aus sich heraus zu holen, ist ein minimalistischer Mitteleinsatz notwendig. Rote Theaterschminke oder eine künstliche Clownsnase reichen aus. Dabei ist es natürlich eine Voraussetzung, dass die Übungsleiterin den Mut und das Selbstvertrauen hat, sich der „Lächerlichkeit preiszugeben“, in dem sie sich selbst mit Clownsnase präsentiert. In diesem Projekt werden SchülerInnen mit verschiedenen Spielen angeregt, ihren individuellen „inneren Clown“ eigenständig zu entwickeln. Zu guter Letzt wird er den beteiligten MitschülerInnen pantomimisch präsentiert. Übungsspiele helfen die eigenen Grenzen und die der anderen zu erkennen. Etwas aus sich heraus spüren und fühlen und es dann in eine körperliche Bewegung umzusetzen, bedarf einer hohen inneren und äußeren Wahrnehmung und Aufmerksamkeit. Präventionsprogramme zum Thema Humor und Lachen zur Resilienzstärkung bei Kindern und Jugendlichen tragen nachweisbar als erfolgsversprechende Maßnahme in Bezug auf die soziale Kompetenz von Kindern und Jugendlichen bei. Die Nachhaltigkeit solcher Progamme ist durch nichts zu ersetzen. Mut, Selbstvertrauen und wertschätzendes Miteinander wachsen in diesen Projekten langsam mit. Und was noch hinzukommt: Bei der Integration von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund spielt es hier so gut wie keine Rolle mehr, aus welchem Land Menschen (Kinder, Jugendliche, Erwachsene) kommen. Die „innere Clownin“ spürt nur ihre eigene Grenze, ganz gleich welche Ländergrenze irgendwann mal überschritten wurde. Also: Humor, Leichtigkeit und Lachen als Bildungsauftrag von heute! Ulrike Göking (Coach und Clownin) http://www.klarheitundvisionen.de Projekt der Stadt Neumünster: “Hol den inneren Clown/die innere Clownin aus dir heraus.” unter http://kulturteil- nms.de/cms/ Presseartikel erschienen in der Gewerkschaftszeitung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft // Ausgabe April 2015